Parallelpoesie

An einer Stelle gibt es den Ausdruck Parallelpoesie …

START 338 END 456 YOUTUBE DKOO1Kum7MQ “Vorsicht vor zu raschem Verstehen” | Niklas Luhmann über Unterscheidungsvermögen [1994]

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https://assets.niklas-luhmann-archiv.de/av/NL_1993_Was ist der Fall_edited.mp3" type="audio/mp3" timecode_01:04:57

[…], jede Behauptung erzeugt immer zugleich eine andere Seite, die durch die Behauptung ausgegliedert wird. Und häufig ist das eine ganz unbestimmte Seite. Ich weiß zum Beispiel nicht und kann nicht kontrollieren, was ich alles ausschließe, wenn ich sage: so sollten wir eine Gesellschaftstheorie machen. Jede Beobachtung, jede Unterscheidung erzeugt immer eine freigelassene Seite oder ein "unmarked space", der nicht gemeint ist, nicht benannt ist, der erst die Welt zur Welt abrundet und in dem man eventuell übergleiten könnte, um von dort aus zu sehen, was mit einer Systemtheorie, einer Selbstreferenzkonzeption und so weiter und so weiter gemacht wird und eventuell, wie man es anders machen könnte. Wenn wir nun nach all diesen Ausführungen, die einer Art von skeptischem Relativismus bei aller Bestimmtheit der Theorievorschläge mitführen, wenn wir nach diesen Ausführungen zu unserem Thema zurückkehren und wenn wir noch einmal die Frage stellen: "was steckt dahinter?", dann sind wir endlich in der Lage, diese Frage zu beantworten. Dahinter steckt gar nichts. Ich danke Ihnen.

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